Reintegration in die Schule

Bei einer stationären Aufnahme im Kinder- und Reithof können vielfältige Verhaltensweisen, bis hin zur Schulverweigerung, des jungen Menschen dazu führen, dass eine Beschulung vorübergehend nicht möglich ist.

Eine erfolgreiche Hilfe und Unterstützung für schulferne junge Menschen ist nur möglich, indem Jugendhilfe und Schule kooperieren und möglicherweise eine vorübergehende Betreuung an einem außerschulischen Lernort ermöglichen. 

Durch die Verlegung des Lernortes ergeben sich neue Chancen. Es ermöglicht den schulfernen jungen Menschen bewusst den räumlichen Abstand zur Schule als Ort des bisherigen Versagens und es ermöglicht gleichzeitig eine erneute Annäherung durch die Veränderung des Lernortes und der schrittweisen Heranführung an den Schulalltag. Durch die Kooperation des Kinder- und Reithofs mit den zuständigen Schulen besteht die Möglichkeit der schrittweisen Annäherung der Institution Schule an einem außerschulischen Lernort. Dies geschieht in aufeinander aufbauenden Phasen, um eine drohende Überforderung zu vermeiden. Somit eröffnen sich dem jungen Menschen neue Chancen.

Die Vorbereitung der Rückführung in die öffentliche Schule verläuft in mehreren Phasen. Ein Einstieg ist in jeder Phase möglich und richtet sich nach der Problemlage des jungen Menschen.

PHASENMODELL „REINTEGRATION IN DIE SCHULE“

1.Phase

Erlernen von elementaren Grundfertigkeiten durch eine strukturierte Vormittagsgestaltung im Kinder- und Reithof.

2. Phase

Internetbeschulung im Kinder- und Reithof. 

3.Phase

Stundenweise Integration in die Schule.

4. Phase

Erfolgreiche Integration in die Schule.


Systemische Familienarbeit

Wir begreifen die Symptomatik der bei uns untergebrachten jungen Menschen als Ausdruck von Störungen im gesamten Familiensystem. Ziel unserer Familienarbeit ist insbesondere die Klärung der familiären Perspektiven, die Förderung und Nutzung der familiären Ressourcen sowie die Absicherung der Entwicklung bei Rückführung in die Familie. 

Die Familien können in allen Häusern auf Wunsch hospitieren, um den Einrichtungsalltag kennen zu lernen oder um unter Anleitung den Umgang miteinander zu trainieren. Auch Übernachtungen an Besuchswochenenden sind möglich.


Individuelle Förderung

Die Orientierung der jungen Menschen auf schulischen und/oder beruflichen Abschluss als Grundlage für ein eigenverantwortliches Leben ist ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit. Für die jungen Menschen wird ein auf ihre individuellen Neigungen, Interessen und Schwierigkeiten abgestimmter Lern- oder Ausbildungsplan entwickelt.

Mit Hilfe intensiver Einzelbetreuung und gezielter schulischer Förderung können Schul- und Ausbildungsziele erreicht und durch Erfolgserlebnisse das Selbstvertrauen und die Leistungsmotivation erhöht werden.

Bei der Einzelförderung von jungen Menschen geht es darum, einzelne Kinder mit individuellen Spiel-, Entspannungs- und Förderangeboten in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Die entsprechenden Übungen und Spiele verhelfen den jungen Menschen dazu, neue Sinneserfahrungen zu machen, Erlebnisfähigkeit und Experimentierfreude zu vergrößern und regen zum selbstständigen Denken und sensiblen Fühlen an. In der Einzelförderung werden die jungen Menschen mit individuellen Spiel-, Entspannungs- und Förderangeboten in ihrer Entwicklung unterstützt.

Diese therapeutischen Angebote verknüpfen wir möglichst mit der Alltags- und Freizeitgestaltung der jungen Menschen, um dem Charakter der vermeintlichen Therapie- oder Behandlungsbedürftigkeit durch individuelle Einzelfallhilfe entgegenzuwirken. Die jungen Menschen sollen nicht in ihrem Selbstkonzept „Ich bin nicht okay, wie ich bin“ unterstützt werden.


Projektarbeit

In all unseren Häusern wird ein Teil der Ferienzeit dafür genutzt, durch Projektarbeit an bestimmten Themen zu arbeiten. Diese können die Persönlichkeitsbildung betreffen, soziale Kompetenzen fördern und den Gruppenzusammenhalt stärken. Die Projekte finden hausintern und hausübergreifend statt. Teilweise auch während der Ferienfreizeiten und auch im Ausland.


Coolness Training

„Niemand hat das Recht, den Anderen auszugrenzen, zu beleidigen oder zu verletzen. Geschieht dies dennoch, erfolgt Konfrontation.“

Wir bieten den bei uns untergebrachten jungen Menschen ein Training im Umgang mit schwierigen Alltagssituationen. Ursachen, Auslöser und Gelegenheiten gewalttätigen Verhaltens werden im CT Gegenstand der Analyse. Im Handlungsviereck von Täter, Opfer, Gruppe und Institution werden Verhaltensalternativen erarbeitet. 

Wichtigstes Ziel ist Opfervermeidung. Junge Menschen werden im CT befähigt, ihre Vorstellungen des friedlichen Zusammenlebens zu verwirklichen. Diese präventative Arbeit bezieht sich auf die Einrichtung, die Schule und den Alltag. Im Coolness-Training entwickeln die jungen Menschen eine Kultur des Hinschauens und trainieren die friedfertige Einmischung.

Das Coolness-Training wird von mindestens einem/r zertifizierten CT-Trainer/-in und einem/r Co-Trainer/-in durchgeführt. Die Einheiten sollen bei sechs Teilnehmer/-innen einmal wöchentlich 120 Minuten umfassen und über ein halbes Jahr stattfinden. 

Es geht um die Verfestigung eines zivilisatorischen Standards der Friedfertigkeit, die Stärkung der Kompetenz der peer-group für schwierige Situationen, die Stärkung der Opfer und die Sensibilisierung der Täter.


Psychodrama

Das Psychodrama ist eine handlungsorientierte Methode, in der durch szenisches Spiel sowohl sachliche Informationen als auch Problemlösungen für soziale und emotionale Konflikte dargestellt und bearbeitet werden können.

Das Psychodrama eignet sich insbesondere für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die über das Medium Sprache schwer zu erreichen sind. Das spielerische Erfahren und Erleben von persönlichen Themen hat eine andere Qualität als eine rein verbale Auseinandersetzung. Durch das Spielen neuer Rollen können die Kinder und Jugendlichen im Rahmen des Psychodramas Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten erweitern.


Ambulante Betreuung

Die ambulante Betreuung sollte beginnen, um den Übergang in die völlige Selbstständigkeit abzusichern. Maximal fünf Jugendliche oder junge Volljährige werden in Außenwohnungen oder in den Familien betreut. 

Wir unterstützen die Jugendlichen und jungen Volljährigen bei der Wohnungssuche, bürokratischen Angelegenheiten und bieten eine ambulante Nachbetreuung durch eine Fachkraft an. Art und Umfang der Hilfe findet in enger Absprache mit allen Beteiligten statt und wird über Fachleistungsstunden abgerechnet.


Tiergestützte Pädagogik

In allen Gruppen unsrer Einrichtungen sind je nach Wohnsituation Hunde, Katzen, Schafe, Enten, Hühner, Fische sowie Pferde ein fester Bestandteil in der pädagogisch-therapeutischen Arbeit.

Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd / therapeutisches Reiten im Emsland

Wir sind eine vom Deutschen Kuratorium für therapeutisches Reiten anerkannte Einrichtung. Die besonderen Gegebenheiten auf dem Hof in Lähden und speziell ausgebildete Fachkräfte ermöglichen es uns, die heilpädagogische Förderung mit dem Pferd auf hauseigenen Therapiepferden fest in unser therapeutisches Konzept zu integrieren. 


Impressionen